Die 7 wichtigsten Maschen für Anfänger
Aller Anfang ist gar nicht schwer, er braucht nur eine Nadel, einen Faden und ein bisschen Neugier. Lass dich von Abkürzungen wie fM, Stb oder KM nicht einschüchtern: Hinter fast jedem kunstvollen Häkelwerk stecken im Kern nur eine Handvoll Grundmaschen. Häkel-Bloggerin Christiane nimmt dich Schritt für Schritt an die Hand und zeigt dir die sieben wichtigsten Maschen, mit denen du sofort jedes Traumprojekt meisterst.
Wenn du durch Häkelbücher blätterst oder Anleitungen anschaust, stolperst du schnell über unzählige Abkürzungen: LM, KM, fM, hStb, Stb … Das sieht auf den ersten Blick fast aus wie ein geheimer Code! Aber lass dich davon nicht verunsichern. Die wunderbare Wahrheit ist: Fast jedes noch so kunstvolle Häkelprojekt – egal ob kuschelige Decke, sommerliches Tuch oder niedliches Amigurumi – besteht im Grunde aus einer Handvoll Grundmaschen.
Hast du diese sieben Bausteine erst einmal in den Fingern, steht dir die ganze Häkelwelt offen. Nimm dir ein schönes Knäuel (am besten eine helle, glatte Baumwolle, auf der man die Maschen gut erkennt), mach es dir bequem und lass uns die sieben wichtigsten Maschen Schritt für Schritt gemeinsam anschauen!
1. Der Anfang von allem: Die Anfangsschlinge (Schlaufenknoten)
Bevor die erste richtige Masche entsteht, muss das Garn sicher auf die Häkelnadel. Die Anfangsschlinge ist das Fundament deiner Arbeit.
Schritt für Schritt:
Lege das Fadenende zu einer Schlaufe, sodass der zum Knäuel führende Arbeitsfaden über dem kurzen Fadenende liegt.
Greife mit Daumen und Zeigefinger von hinten durch die Schlaufe und ziehe den Arbeitsfaden ein Stück hindurch.
Halte beide Fadenenden fest und ziehe den Knoten sanft zu.
Schiebe die Nadel in die Schlaufe und ziehe sie passend an – nicht zu stramm, sie sollte leicht auf dem Schaft gleiten.
Typischer Anfängerfehler: Die Schlaufe wird wie eine Schlinge zu eng zugezogen. Lass ihr immer einen Hauch Spielraum auf der Nadel.
2. Das Fundament: Die Luftmasche (LM)
Fast jedes Häkelstück in Reihen beginnt mit einer Luftmaschenkette. Sie bildet die Basis, auf die alle späteren Maschen gesetzt werden, und dient am Reihenende als sogenannte Wendeluftmasche, um auf die nötige Höhe für die nächste Reihe zu kommen.
Schritt für Schritt:
Die Nadel liegt in der Schlinge. Führe die Nadel von unten links hinter den Arbeitsfaden und nimm ihn auf den Haken (Umschlag).
Drehe den Haken leicht nach unten und ziehe den Faden durch die Schlaufe auf der Nadel.
Du hast deine erste Luftmasche gehäkelt! Wiederhole diesen Vorgang so oft, wie deine Anleitung es vorgibt.
Mein Kniff: Häkle die Anschlagkette immer ganz bewusst locker – oder nimm dafür sogar eine halbe Nadelstärke mehr. Ist die Kette zu straff, krümmt sich das Häkelstück später wie eine Banane!
3. Die Unsichtbare: Die Kettmasche (KM)
Die Kettmasche ist die flachste und unauffälligste aller Häkelmaschen. Sie baut kaum Höhe auf und wird vor allem genutzt, um Runden nahtlos zu schließen, Kanten sauber zu umranden oder Teile zusammenzuhäkeln.
Schritt für Schritt:
Stich mit der Nadel von vorne nach hinten in die gewünschte Masche ein.
Hole den Faden mit dem Haken.
Ziehe diesen Faden nun in einer fließenden Bewegung direkt durch die Masche und durch die Schlaufe, die bereits auf der Nadel liegt.
Wofür sie perfekt ist: Runden schließen beim Häkeln von Mützen oder Granny Squares, unsichtbare Übergänge schaffen und feste, formstabile Taschenhenkel häkeln.
4. Die Robuste: Die feste Masche (fM)
Die feste Masche ist der absolute Liebling für alles, was Stabilität und eine geschlossene Struktur braucht. Das Maschenbild ist fest, gleichmäßig und lässt so gut wie keine Lücken frei.
Schritt für Schritt:
Stich unter beiden Maschengliedern der Vorreihe ein.
Hole den Faden durch die Masche – du hast jetzt zwei Schlingen auf der Nadel.
Hole den Faden erneut und ziehe ihn durch beide Schlingen gleichzeitig ab.
Wofür sie perfekt ist: Amigurumis und Kuscheltiere (hier darf schließlich keine Füllwatte herausspitzen!), feste Topflappen, Tischsets und Körbchen.
5. Das Multitalent: Das halbe Stäbchen (hStb)
Das halbe Stäbchen ist mein persönlicher Liebling für gemütliche Feierabend-Projekte. Es ist höher und weicher als eine feste Masche, aber kompakter und blickdichter als ein ganzes Stäbchen. Außerdem hat es auf der Rückseite eine winzige dritte Schlaufe, mit der man wunderschöne Rippenmuster zaubern kann!
Schritt für Schritt:
Mache zuerst einen Umschlag um die Nadel (arbeite von hinten nach vorn).
Stich in die Masche ein und hole den Faden hervor – du hast jetzt drei Schlingen auf der Nadel.
Hole den Faden noch einmal und ziehe ihn sanft durch alle drei Schlingen auf einmal.
Wofür sie perfekt ist: Kuschelig elastische Mützen, Schals, Babykleidung und Decken, die zügig wachsen, aber trotzdem wärmen sollen.
6. Der Klassiker: Das ganze Stäbchen (Stb)
Wenn du fließende Kleidungsstücke, Dreieckstücher oder klassische Granny Squares häkeln möchtest, kommst du an ganzen Stäbchen nicht vorbei. Sie sind doppelt so hoch wie feste Maschen, wodurch dein Projekt schnell wächst und das Gewebe herrlich weich und flexibel fällt.
Schritt für Schritt:
Lege einen Umschlag um die Nadel.
Stich in die Masche ein, hole den Faden hervor – du hast drei Schlingen auf der Nadel.
Hole den Faden erneut und ziehe ihn durch die ersten zwei Schlingen (zwei Schlingen bleiben auf der Nadel).
Hole den Faden noch einmal und ziehe ihn durch die letzten zwei Schlingen.
Wofür sie perfekt ist: Luftige Sommertops, Schals, Ponchos und die beliebten Retro-Granny-Squares.
7. Die Königin der Struktur: Das Doppelstäbchen (DStb)
Keine Scheu vor großen Maschen! Das Doppelstäbchen baut enorm viel Höhe auf und erzeugt wunderbar filigrane, spitzenartige Muster. Wenn du das Prinzip des einfachen Stäbchens verstanden hast, ist das Doppelstäbchen nur ein kleiner Schritt mehr.
Schritt für Schritt:
Wickle den Arbeitsfaden zweimal um die Nadel (zwei Umschläge).
Stich in die Masche ein und hole den Faden hervor – du hast nun vier Schlingen auf der Nadel.
Faden holen und durch die ersten zwei Schlingen ziehen (drei Schlingen bleiben).
Faden holen und durch die nächsten zwei Schlingen ziehen (zwei Schlingen bleiben).
Faden holen und durch die letzten zwei Schlingen abmaschen.
Wofür sie perfekt ist: Romantische Lochmuster, luftig-leichte Strandtücher, Gardinenborten und große Fächer- oder Wellenmuster.
Der Spickzettel für deinen Häkelkorb
Damit du die Höhen und Wendeluftmaschen immer parat hast:
| Maschenart | Deutsche Abkürzung | Englische Abkürzung (US) | Wendeluftmaschen am Reihenende | Eigenschaft & Struktur |
| Kettmasche | KM | sl st (slip stitch) | Keine (flach) | Verbindend, unauffällig, fest |
| Feste Masche | fM | sc (single crochet) | 1 Luftmasche | Sehr dicht, formstabil, robust |
| Halbes Stäbchen | hStb | hdc (half double crochet) | 2 Luftmaschen | Elastisch, weich, mittelschnell |
| Stäbchen | Stb | dc (double crochet) | 3 Luftmaschen | Luftig, weich fallend, schnell |
| Doppelstäbchen | DStb | tr / tc (treble crochet) | 4 Luftmaschen | Sehr hoch, spitzenartig, filigran |
Mein Herzens-Tipp zum Schluss:
Setz dich am Anfang nicht unter Druck, sofort ein kompliziertes Meisterwerk zaubern zu müssen. Nimm dir ein Testknäuel und häkle ein kleines Probestück mit jeweils 10 bis 15 Maschen jeder Art. Schau dir genau an, wie sich die Schlingen formen und wie sich das Gestrick anfühlt. Mit jeder Masche werden deine Bewegungen flüssiger – und ehe du dich versiehst, tanzt die Nadel ganz von allein durch die Finger!
Ganz viel Freude beim Ausprobieren und Kennenlernen deiner neuen Häkelmaschen!
Herzliche Grüße,
Deine Christiane